„Klimabilanz 2020“ zeigt: Ohne E-Fuels werden die CO2-Einsparziele zukünftig verfehlt!

Die CO2-Emissionen des Verkehrs sind im vergangenen Jahr um 11,4 Prozent gesunken

Kempten, den 17. März 2021. Das Umweltbundesamt (UBA) hat die „Klimabilanz 2020“ vorgelegt. Die CO2-Emissionen des Verkehrs in Deutschland sind demnach – vor allem coronabedingt – im vergangenen Jahr um 11,4 Prozent auf 146 Mio. Tonnen gesunken. Damit liegt die Bundesrepublik unter der im Bundesklimaschutzgesetz festgelegten maximalen Jahresmenge. Um aber die sehr ambitionierten Einsparziele in den kommenden Jahren zu erreichen, führt kein Weg am Einsatz von biogenen sowie strombasierten Kraftstoffen vorbei, sagt UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e.V.

Kfz-Bestand muss einbezogen werden!

Im vergangenen Jahr brachte der Corona bedingte Lockdown eine deutliche Reduzierung des Verkehrs auf Deutschlands Straßen. Das führte zu einem Rückgang der CO2-Emissionen im Verkehrssektor um 19 Mio. Tonnen. „Wir bräuchten aber mindestens die dreifache Einsparmenge, wenn wir unsere Ziele im Verkehr für das Jahr 2030 erreichen wollen,“ schätzt UNITI-Hauptgeschäftsführer Elmar Kühn ein. Die Elektromobilität hat trotz aller Förderung nur einen verschwindend geringen Anteil zu dieser Reduktion im vergangenen Jahr beitragen können. „Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Defossilisierung des Bestands,“ sagt Kühn. Nahezu der gesamte Bestand von 58 Mio. Kraftfahrzeugen in Deutschland wird von Verbrennungsmotoren angetrieben. Diese könnten ohne technische Hürden klimaneutral mit E-Fuels betrieben werden. Die ökologische Hebelwirkung wäre enorm: Schon eine zehnprozentige Beimischung von E-Fuels in fossilen Diesel oder in fossiles Benzin hätte in Deutschland dieselbe Auswirkung auf die CO2-Bilanz als würden zwei Jahrgänge Kfz-Neuzulassungen als reine Elektromobile, die ausschließlich mit grünem Ladestrom betrieben werden, auf den Markt kommen.

Geeignete Rahmenbedingungen für E-Fuels Hochlauf gefordert

Der UNITI-Hauptgeschäftsführer fordert die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für den Hochlauf der E-Fuels, damit diese möglichst zeitnah einen substantiellen Beitrag zu den nationalen CO2-Einsparzielen leisten können: „Die Politik muss mehr auf Technologieoffenheit setzen, d.h. vor allem, dass die Elektromobilität nicht länger einseitig vom Gesetzgeber bevorzugt werden darf.“ Kühn weiter: „Was wir vor allem brauchen ist eine Anrechnung der Treibhausgas-Einsparung von E-Fuels auf die EU-CO2-Flottenziele, eine technologieneutrale Ausgestaltung der Treibhausgasminderungs-Quote im Rahmen der RED II-Umsetzung sowie eine Umstellung der nationalen Energiesteuer für Kraftstoffe auf eine reine Steuer auf CO2-Emissionen.

Über UNITI:
Der UNITI Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen e. V. repräsentiert rund 90 Prozent des Mineralölmittelstandes in Deutschland und bündelt die Kompetenzen bei Kraftstoffen, im Wärmemarkt und bei Schmierstoffen. Täglich kommen über 4,5 Millionen Kunden an die rund 6.250 Straßentankstellen der UNITI-Mitgliedsunternehmen. Rund 70 Prozent der freien Tankstellen und rund 40 Prozent der Straßentankstellen sind bei UNITI organisiert. Überdies versorgen die UNITI-Mitglieder etwa 20 Millionen Menschen mit Heizöl, einem der wichtigsten Energieträger im Wärmemarkt. Rund 80 Prozent des Gesamtmarktes beim leichten Heizöl und bei den festen Brennstoffen bedienen die Verbandsmitglieder. Mittlerweile gehören auch regenerative Energieträger sowie Gas und Strom zu ihrem Sortiment. Ebenso zum Verband zählen die meisten unabhängigen mittelständischen Schmierstoffhersteller und Schmierstoffhändler in Deutschland. Ihr Marktanteil liegt bei etwa 50 Prozent. Die rund 1.000 Mitgliedsfirmen von UNITI erzielen einen jährlichen Gesamtumsatz von etwa 35 Milliarden Euro und beschäftigen rund 80.000 Arbeitnehmer in Deutschland.

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