Ist Öl noch modern?

Mehr als jede vierte Heizung in Deutschland ist eine Ölheizung. Aber ist das Heizen mit Öl in Zeiten des Klimawandels noch zeitgemäß? Und worauf sollte man bei Ölheizungen achten?
Text Christian Mörken

Seit 1995 hat sich der Heizölverbrauch in Deutschland mehr als halbiert. Das Bemerkenswerte daran: Die Zahl der Ölheizungen in deutschen Haushalten ist in diesem Zeitraum nur um circa 14% gesunken. 5,6 Millionen Ölheizungen sind in Deutschland in Betrieb und sie werden immer effizienter. Moderne Ölheizungen haben also mit ihren Vorgängern aus den 50er oder 60er Jahren kaum noch etwas gemein. Somit ist die Frage fast schon beantwortet: Ja, Ölheizungen sind noch modern. Aber man kann einiges tun, um sie noch effizienter und damit umweltfreundlicher zu machen.

Zudem setzen immer mehr Eigentümer auf sogenannte Öl-Brennwertkessel. Diese bieten eine fast 100-prozentige Energieausnutzung. Außerdem können sich Ölheizung und Erneuerbare Energien ganz wunderbar ergänzen. Diese hybriden Heizsysteme sind ein wichtiges Zukunftsthema. Die Vorteile liegen dabei klar auf der Hand: Die Ölheizung liefert die Basisversorgung, springt also immer dann ein, wenn Sonne, Wind, Holz und Co. nicht ausreichend Energie produzieren. Liefern die Erneuerbaren Energien hingegen ausreichend Strom oder warmes Wasser, schaltet die Heizung auf diese Quellen um. So lässt sich viel Öl einsparen. Damit leisten diese Hybridheizungen einen wichtigen und dennoch kostengünstigen Beitrag zur Energiewende. Als Beispiel: Durch den Austausch einer älteren Heizung gegen eine Hybridheizung mit Öl-Brennwertkessel und Solarwärmeanlage (Solarthermie) sinkt der Heizölverbrauch um bis zu 40 Prozent. In gleichem Umfang werden CO2-Emissionen verringert.

Dabei gibt es verschiedene Kombinationen von Hybridheizungen, wie Öl und Sonne, Öl und Holz, Öl und Wind und andere. Derzeit ist die Solarthermie am meisten verbreitet.  Eigentümer haben also die Wahl, ob sie sich für eine Modernisierung der bestehenden Ölheizung entscheiden, um Kosten zu sparen, oder aber gleich auf hybride Heizsysteme setzen. In jedem Fall ist eine Ölheizung auch in Zeiten von Klimaschutz und Energiewende eine effiziente Methode zur  Wärmegewinnung. 

TIPPS UND TRICKS IHRER HEIZUNGSPFLEGE
Mit Sicherheit lohnt es sich übrigens, die Ölheizung einmal anzusehen – besonders dann, wenn sie schon älter ist. Hierbei geht es nicht nur um den Verbrauch der Anlage, sondern auch um die Anlage selbst. Es ist zum Beispiel wichtig, wie man das Heizöl lagert. Wie bei allen natürlichen Produkten begünstigen verschiedene Faktoren den Alterungsprozess des Öls. Dazu gehören Lichteinwirkung, Sauerstoff und Temperatur. So empfiehlt sich, Tanks aus lichtdurchlässigen Materialien wie zum Beispiel Kunststoff vor Tageslicht zu schützen. 

TEMPERATUR SPIELT EINE ROLLE 
Ebenso ratsam ist es, den Saugschlauch im Tank so anzupassen, dass er fünf bis zehn Zentimeter über dem Boden endet. So werden keine Alterungsprodukte aus dem Öl angesaugt. Zudem spielt die Temperatur im Lagerraum eine Rolle. Öltank und Ölleitungen sollten so installiert werden, dass sie vor Frost geschützt sind. Wird das Öl nämlich zu kalt, kann es zu einer Paraffinausschüttung im Heizöl kommen. Dabei passiert Folgendes: Beim Unterschreiten einer gewissen Temperatur gehen Paraffine vom flüssigen in den festen Zustand über. Das führt zur Eintrübung des Heizöls und schließlich zur Verstopfung der Ölleitung und Filter. Dadurch kann die Ölheizung beschädigt werden.  

Besser flüssig bleiben

Wer sich jetzt für eine neue, hocheffiziente Öl-Brennwertheizung entscheidet, kann sich höchstmögliche staatliche Zuschüsse sichern. Das Beste daran:  Es gibt einen Födermittelservice,  
der Hausbesitzern bei der Sicherung der maximalen Fördersumme hilft. Beratung gibt es kostenlos beim  Fördermittelservice unter: www.besser-fluessig-bleiben.de oder unter Telefon 0 61 90 / 9 26 34 35