Hand in Hand mit der Natur

Familie Kempter vereint auf ihrem alteingesessenen Bauernhof im Westallgäu Tradition und Fortschritt.
Text Anne-Sophie Schuhwerk

Auf dem Kempterhof bei Hergatz treffen Begriffe aufeinander, die normalerweise wenig miteinander zu tun haben: Tradition und Fortschritt. Hier aber, auf einem idyllischen Westallgäuer Bauernhof, gehen sie Hand in Hand. Seit 1906 betreibt Familie Kempter die jahrhundertalte Landwirtschaft nahe des Bodensees.  Und setzen dabei innovative Ideen um. 
„Lange vor dem Trend haben wir unsere Rinder auf biologische Mutterkuhhaltung umgestellt“, erzählt Kilian Kempter, der gemeinsam mit seinen Eltern Martina und Martin Kempter heute das Familienunternehmen führt. Dazu gehört seit 20 Jahren auch ein Hofladen mit regionalen und biologischen Produkten, der in seinem Angebot einem kleinen Supermarkt in nichts nachsteht. „Bei der Eröffnung wurden wir für die Idee noch belächelt“, weiß der 30-Jährige. 

„Heute wollen viele Menschen gute Lebensmittel und noch dazu wissen, woher sie kommen.“
Wünsche, die die Kempters in ihrem Hofladen erfüllen. Sichtfenster bieten direkten Blick in den Kuhstall, in dem die Rinder ihren Winter verbringen. Gemüse und Obst im Laden stammen ebenso vom Bodensee wie der Wein im Sortiment der Kempters. 

ES BEGANN IM FLUR DES BAUERNHAUSES 
„Angefangen hat alles natürlich viel kleiner“, erzählt der dreifache Familienvater Kilian Kempter mit einem Lachen. Er steht im Flur des alten Bauernhauses und breitet die Arme aus. „Hier haben meine Eltern ange-fangen, zu verkaufen.“ Erst nachdem die Kunden im Wohnbereich überhandnahmen, entschlossen sich die Kempters dazu, einen Teil des Hofes zu einem Laden umzubauen. 
Stetige Modernisierungen blieben auf dem Hof nicht aus. Erst im vergangenen Jahr erneuerten die Kempters aus Platzmangel die Küche, die zum Hofladen gehört. „In unserer Fleischtheke bieten wir inzwischen so viele selbstgemachte Produkte an, dass wir einfach keinen Platz mehr hatten“, erzählt Kempter. Von Lasagnen, Rouladen und verschiedenen Knödelvariationen über vegetarische Bratlinge bis hin zu 25 Brotaufstrichen reicht das Repertoire. 
Neue Ideen für die Allgäuer Hofküche stammen meist von Seniorchefin Martina Kempter. Während Sohn Kilian mit seinem Team für den Verkauf auf den Wochenmärkten in Friedrichshafen, Ravensburg, Leutkirch und Wangen zuständig ist, tüftelt sie an neuen Kreationen. Gemeinsam mit ihrer 15-köpfigen Küchencrew kocht und bereitet die Landwirtin ihre Speisen vor. „Mein Vater wiederum ist mit seinen Helfern für die Landwirtschaft zuständig. Bei uns geht alles Hand in Hand“, erklärt Kilian Kempter.  

ALLES FRISCH, DANK KURZER WEGE
Wie frisch die Lebensmittel im Hofladen durch die kurzen Wege sind, erkennen Kunden unter anderem an der Hähnchentheke. Noch am Schlachttag liegen die gerupften Hühner in der Kühlung zum Verkauf bereit. „Wir müssen immer dazusagen, dass sie noch einen Tag reifen sollten, bevor sie in den Ofen kommen“, erklärt Kempter. Neben den Hühnern haben auch Gänse, exotische Perlhühner und zwei Schafe ein Zuhause auf dem Kempter Hof gefunden. „Und wir haben auch schon eine Idee, um unser Angebot weiter auszubauen“, verrät Kempter. Auf einem kleinen Feldabschnitt in Hofnähe hat er begonnen, eigenes Gemüse anzu-bauen. „Wer weiß - vielleicht können wir den Bedarf im Laden auch einmal selbst decken. Man muss immer kreativ bleiben“, sagt Kempter mit Blick in die Zukunft. Für ihn bedeutet das: Weiterhin Tradition und Fortschritt verbinden.

www.kempterhof.de

Schon gewusst?

Der Kempterhof bezieht von PRÄG Ökostrom aus 100 % Wasserkraft. Dafür zahlen die Kempters übrigens nur 10 € mehr im Jahr im Vergleich zum Normalstrom (bei 5000 kWh / 24 Monatsvertrag). Also: Jetzt etwas für die Energiewende tun und zu Ökostrom wechseln. 
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