Bonjour in Sachsen

Landwirt Michael Klemm züchtet auf seinem Anwesen in Frauenstein (Sachsen) französische Limousin-Rinder. Weit über die Region hinaus findet das Fleisch begeisterte Anhänger.
Text Anne-Sophie Schuhwerk
Fotos Familie Klemm

Wenn Landwirt Michael Klemm von einer Weide zur nächsten fährt, kann das ein wenig länger dauern. Und das hat nichts damit zu tun, dass der Rinderzüchter aus dem Osterzgebirge langsam unterwegs ist. Der 49-jährige Familienvater bewirtschaftet im Osterzgebirge eine Fläche, die weitaus größer ist, als die eines üblichen Bauernhofs. Auch die Zahl seiner Rinder kann sich sehen lassen. „Mit den Kälbern haben wir im Sommer rund 650 Rinder auf 560 Hektar Fläche“, überschlägt der PRÄG Heizölkunde seinen Bestand. In 17 Herden aufgeteilt grasen die hornlosen Riesen auf der gigantischen Fläche. Sie liegt zwischen 550 und 1000 Höhenmetern. Perfekte Bedingungen für Klemms ungewöhnliche und bis zu 850 Kilogramm schwere Tiere. „Limousin-Rinder werden in Deutschland erst seit rund 40 Jahren gezüchtet“, erklärt Klemm. Weniger bekannt als das französische Charolais-Rind bieten die Limousins ebenso gute Fleischqualität. „Deswegen haben wir uns auch auf diese Rasse spezialisiert.“ 
Der Landwirt hat seine Wurzeln in Ansbach, wo seine Familie früher eine Großschlachterei betrieben hat. „So kamen wir mit den Limousin-Rindern in Berührung. Das Fleisch hat uns überzeugt“, erzählt Klemm, der den Hof in Sachsen in zweiter Generation betreibt. Aufgebaut hat das Familienunternehmen mit Ackerwirtschaft und Rinderzucht sein Vater, den der Viehhandel in die Region brachte. Bis heute ist der Hof der Klemms ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt in der bundesweiten Limousin-Szene. 

ES GILT: WENIGER IST MEHR 
Auch wenn die Zahlen im ersten Moment etwas anderes vermuten lassen, gilt auf dem Limousin-Hof Klemm seit dem ersten Tag folgender Grundsatz: Weniger ist mehr. „Wir arbeiten extensiv. Es wäre kein Problem, auf dieser Fläche die dreifache Menge an Rindern zu halten. Aber uns liegt deren Wohl und die Natur am Herzen“, sagt Klemm. 
Die Winter verbringen die Rinder in großzügigen Freilaufställen. Sobald der Boden im Frühling trockener ist und Gras sprießt, schickt Klemm die Tiere auf die Weiden. „So viel Freiheit kann man schmecken“, sagt der Landwirt mit einem Augenzwinkern. Und sein kleines Experiment in Frauenstein gibt ihm recht. Vor einigen Jahren eröffnete Klemm im romantischen Städtchen Frauenstein einen Hofladen, in dem hauptsächlich Fleischspezialitäten von Limousin-Rindern verkauft werden. 

PLATTENSERVICE UND BEEF-PARTYS  RUNDEN ANGEBOT AB 
Ergänzt wird das Angebot im Hofladen mit Schweinefleisch aus der Region und Wild aus eigener Jagd. „Ein weiteres Highlight ist unser Plattenservice“, verrät der Familienvater, der regelmäßig vierstündige „Beef-Partys“ veranstaltet. Dabei handelt es sich um Grillseminare, bei denen Klemm auf Basis seines Fachwissens rund um das Thema Fleisch den Weg zum perfekten Steak zeigt. 
„Neben Fleisch liegt mir auch die Landschaftspflege sehr am Herzen“, sagt Klemm. „Nur, wenn wir nachhaltig und vorsichtig mit der Natur umgehen, kann Landwirtschaft auf Dauer funktionieren“, ist 
er überzeugt.  

www.limousinhof-klemm.de