Ölpreis auf Siebenjahrestief

Drei Fragen an den Experten Johannes Gösling

LEIPZIG. „Billig wie schon lange nicht“, „im freien Fall“ oder „Sinkflug“ – diese Begriffe fallen derzeit besonders häufig in Zusammenhang mit dem Preis für Rohöl an den Weltmärkten. Doch was steckt dahinter? Drei Fragen an Johannes Gösling, Branchenkenner und Geschäftsführer von Präg Energie beim mittelständischen Energiehändler mit Niederlassung in Leipzig.

Was ist los mit dem Ölpreis?
Gösling: Fakt ist, die Preise sinken. Seit sieben Jahren war Rohöl nicht mehr so günstig. Je nach Herkunft und Qualitätsstufe kostet es heute um bis zu 65 Prozent weniger als noch vor 18 Monaten. Das ist immens. Grund dafür ist ein weltweites Wettpumpen. Die Staaten, die in der OPEC – also der Organisation erdölexportierender Staaten – organisiert sind, können sich derzeit nicht über die Fördermengen einigen. Das Treffen letzte Woche dazu ist krachend gescheitert, das nächste ist erst im Juni 2016. Gerade wird ohne vereinbarte Höchstmengen Erdöl gefördert. Dadurch ist das Angebot sehr groß – auch weil die USA durch die unkonventionelle Förderung von Schiefergas, also Fracking, nicht mehr so viel Öl importieren müssen. Und das Überangebot drückt den
Preis.

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