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Ende 2005 erfolgte erneut ein Generationswechsel im Familienunter-
nehmen PRÄG: so übernahm der damals 30-jährige Marc Deisenhofer die Leitung der Geschäftsführung von seinem Vater Gerd Deisenhofer. Marc Deisenhofer startete nach dem Abitur und Betriebswirtschaftsstudium seine berufliche Laufbahn bei der Hamburger Marquard & Bahls Gruppe, eines im internationalem Energie- und Mineralölgeschäft tätigen Unter-
nehmens, wo er zuletzt in Wien das österreichische Großhandelsgeschäft leitete. Zusammen mit dem für den Tankstellenbereich verantwortlichen PRÄG Geschäftsführer Klaus-Rüdiger Bischoff strukturierte er zunächst das Tankstellengeschäft der PRÄG Gruppe neu. Parallel dazu baute er den Mineralölhandel deutlich aus und betreibt vor dem Hintergrund sich wandelnder Energiemärkte die konsequente Neuausrichtung des Unternehmens vom Mineralöl- zum Energiehandelsunternehmen.
Es war im Frühjahr 1960, als der Sohn von Josef Deisenhofer, Gerd Deisenhofer (Jahrgang 1941), mit 19 Jahren als kaufmännischer Angestellter in die Dienste des Unternehmens trat. Gerd Deisenhofer hatte sich zuvor bei der DEA die ersten Sporen im Mineralölgeschäft verdient. Sein Vater vertraute ihm die Niederlassung in Krumbach an und schon bald zeigte sich, dass auch dieser Deisenhofer "Öl im Blut" hat. Mit strate-
gischem Weitblick, Mut und unternehmerischen Tatendrang baute er PRÄG zu einem der größten deutschen mittelständischen Mineralölhandels-
gesellschaften aus. Wesentliche Weichenstellungen waren dabei die sehr frühzeitige Einführung des SB-Tankens in den 70er Jahren und die Expansion des Unternehmens im Osten gleich nach der Wiederver-
einigung. 2005 zog sich Gerd Deisenhofer aus dem operativen Geschäft von Präg zurück und ist seit 2006 Präsident der UNITI e.V., des größten deutschen Verbandes mittelständischer Mineralölhandelsunternehmen.
Der 1907 in Krumbach geborene Josef Deisenhofer galt schon früh als energischer und ehrgeiziger Unternehmer. Nach dem Tod des Firmengründers trat er 1948 auf Wunsch von dessen Witwe, Anna Präg, als geschäftsführender Gesellschafter in die Dienste der Firma PRÄG. Um in Schwaben flächendeckend vertreten zu sein, wurde aufgrund Josef Deisenhofers Initiative 1948 neben den bestehenden Tanklagern Kempten und Augsburg auch in Krumbach ein neues Tanklager eröffnet. Anfang der 50er Jahre überzeugte Josef Deisenhofer die "Deutsche Erdöl-AG" (DEA) , dass der Aufbau eines eigenen Tankstellennetzes für das Unternehmen zwingend geboten war. Und so war es die Firma Präg, die 1951 die erste DEA Tankstelle Deutschlands im Allgäu in Betrieb genommen hat.
Anna Präg wurde 1890 in Westheim bei Augsburg geboren und lernte ihren späteren Ehemann in der Firma kennen: 1916 hatte Adolf Präg in Kempten eine Niederlassung eröffnet, die von der jungen und fleißigen Anna Meisle geleitet wurde. Präg gefiel diese junge Dame gleichermaßen geschäftlich wie privat, und schon wenig später wurde geheiratet. Anna Präg stand stets hinter ihrem Mann und hielt ihm den Rücken frei - umso schwerer traf sie sein plötzlicher Tod 1946, der sie kurz nach dem Kriegsende zur geschäfts-
führenden Gesellschafterin werden ließ, was sie bis zu Ihrem Tod 1977 blieb.
Adolf Präg, der namensgebende Firmengründer des Unternehmens, erblickte 1879 in Ulm das Licht der Welt und hat dort auch die Ausbildung zum Großhandelskaufmann absolviert. Im Jahre 1900 ließ er sich in Augsburg nieder und gründete vier Jahre später eine Warenagentur, die im Wesentlichen Leuchtpetroleum und Schmierstoffe verkaufte. Die Wirtschaft im Augsburger Raum florierte um die Jahrhundertwende und die von Präg vermarkteten Spezialschmierstoffe wie Zylinderöle, Maschinenöle und Vaselineöle fanden reißenden Absatz.